Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair

Forschungsprojekte

Der Naturpark ist Mitglied der Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks (FOK). Gemeinsam mit der FOK werden Forschungsprojekte initiiert, koordiniert und dokumentiert. Dabei ist die Langzeitforschung von besonderer Bedeutung, um natürliche Prozesse zu verstehen. Gleichzeitig soll die Forschung als Grundlage dienen, um den Naturpark in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen nachhaltig weiterentwickeln zu können.

Totholzkäfer

Mehr als nur totes Holz

Totholzkäfer sind wichtig für den Wald. Sie helfen beim Abbau von totem Holz, dienen als Bestäuber von Pflanzen und sind Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere. Viele Käferbestände sind jedoch bedroht, da abgestorbene Bäume häufig aus den Wäldern entfernt werden. Lässt man alte Bäume stehen und auch dickeres Totholz liegen, schafft man Lebensraum nicht nur für viele Käferarten, sondern auch für weitere Arten. Bis zu 50% aller im Wald lebenden Pflanzen und Tiere sind auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen.

Totholzkäfer im Val Müstair

Bisher war sehr wenig über die Vielfalt an Totholzkäfern im Val Müstair bekannt. Deswegen bestimmten Artexperten im Sommer 2018 diese an verschiedenen Waldstandorten. Sie fingen insgesamt 745 Käferarten. Davon waren 333 Arten in ihrer Lebensweise vor allem von Alt- und Totholz abhängig. Einige der gefundenen Käferarten gelten als gefährdet oder potenziell gefährdet. Die Untersuchung zeigt, dass im Val Müstair noch ein ansehnliches Artenspektrum vorhanden ist, welches es zu erhalten gilt.

Käfer gesucht!

Der Weberbock (Lamia textor), der noch in den 50er Jahren im Val Müstair anzutreffen war, konnte 2018 nicht mehr gefunden werden. Ist dieser nicht in eine der Käferfallen geraten oder gibt es ihn nicht mehr im Val Müstair? Vielleicht entdecken Sie ihn ja am Rombach? Schicken Sie uns ein Foto mit Info zum Fundort an linda.feichtinger@biosfera.ch

Mörtelprojekt

Baugeschichte im Kloster St. Johann

Technologie und Technik an historischen Bauten sind in neuerer Zeit als wichtige Quelle für die Wirtschafts- und Technikgeschichte entdeckt worden. Die verwendeten Materialien und Methoden geben Auskunft über Netzwerke, Wissen, Können und Arbeitsverhältnisse auf den Baustellen der Vergangenheit. Das 775 n. Chr. erbaute Kloster St. Johann in Müstair zählt zu den am besten erhaltenen Klosteranlagen Europas. Aufgrund der 1200-jährigen Baugeschichte ist es für die Erforschung der Entwicklung der Technologie des Steinbaus daher besonders geeignet.

Projektziele

In Müstair lagern über 5'000 Mörtelproben aus allen Bauperioden, die es erlauben, bestimmte Mörteltypen mit spezifischen Zeitperioden in Verbindung zu bringen. Das Projekt der Stiftung Pro Kloster St. Johann wird vom Naturpark unterstützt und verfolgt folgende Ziele:

  • Bestimmen der Mörtelzusammensetzung und Erforschung der historischen Techniken der Mörtelherstellung
  • Identifizieren von lokalen und importierten Baumaterialien und der genutzten Lagerstätten
  • Identifizieren von regionalen und überregionalen Netzwerken für Baumaterial und Wissensaustausch zwischen dem 8. und dem 16. Jh.

 

Forschungskommission

100 Jahre Forschung

Die Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks (FOK) sorgt seit 1916 im Auftrag der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) für die Förderung und die Leitung der Forschung im Nationalpark. Dieser bietet die einzigartige Gelegenheit, die natürliche Entwicklung in einem vom Menschen weitgehend unbeeinflussten Gebiet zu verfolgen und zu erforschen. 2008 wurde die Forschungsarbeit auf das Gebiet des erweiterten Biosphärenreservats und somit auf das Val Müstair erweitert. Seither hat die Biosfera Val Müstair Einsitz im Leistungsausschuss der FOK.

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