Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair Biosfera Val Müstair

Forschungsprojekte

Der Naturpark ist Mitglied der Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks (FOK). Gemeinsam mit der FOK werden Forschungsprojekte initiiert, koordiniert und dokumentiert. Dabei ist die Langzeitforschung von besonderer Bedeutung, um natürliche Prozesse zu verstehen. Gleichzeitig soll die Forschung als Grundlage dienen, um den Naturpark in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen nachhaltig weiterentwickeln zu können.

Totholzkäfer

Vor Käferzahn, soll man Bäume wahr'n

Bis zu 50% aller im Wald lebenden Pflanzen und Tiere sind auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen. Dies bedeutet, dass Totholz einen entscheidenden Faktor für die Sicherung der Artenvielfalt darstellt. Zusammen mit den Pilzen stellen die Käfer die grösste Gruppe an holzbewohnenden Arten. Es ist bisher sehr wenig Wissen über die Käferfauna des Val Müstair bekannt. Durch Insektenfänge in den verschiedenen Waldtypen des Val Müstair wird versucht das Wissen um die Totholzkäfer zu erweitern.

Totholzkäferfallen im Val Müstair

Mit vier verschiedenen Fallentypen und der Ergänzung durch Handfänge wurde versucht einen möglichst grossen Teil der vorhandenen Käfervielfalt nachzuweisen. Die Polytrapfalle wurde bodennah installiert, die Kronenfalle dagegen im Bereich der Baumkrone platziert. Beides sind Fensterflugfallen, bei denen die Insekten zufällig in eine Scheibe fliegen und anschliessend in einem Becher mit Fangflüssigkeit gefangen werden. Im Nadelwald wurden zusätzlich Fallen aufgestellt, welche durch Terpentingeruch vor allem Borkenkäferarten und deren Jäger anlocken. In den Auen des Rom lockte in sogenannten Bierfallen eine Fallenflüssigkeit aus Bier, Wein, Essig, Salz und Zucker typische Arten für den Laubwald an. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte 2019 präsentiert.

 

Mörtelprojekt

Baugeschichte im Kloster St. Johann

Technologie und Technik an historischen Bauten sind in neuerer Zeit als wichtige Quelle für die Wirtschafts- und Technikgeschichte entdeckt worden. Die verwendeten Materialien und Methoden geben Auskunft über Netzwerke, Wissen, Können und Arbeitsverhältnisse auf den Baustellen der Vergangenheit. Das 775 n. Chr. erbaute Kloster St. Johann in Müstair zählt zu den am besten erhaltenen Klosteranlagen Europas. Aufgrund der 1200-jährigen Baugeschichte ist es für die Erforschung der Entwicklung der Technologie des Steinbaus daher besonders geeignet.

Projektziele

In Müstair lagern über 5'000 Mörtelproben aus allen Bauperioden, die es erlauben, bestimmte Mörteltypen mit spezifischen Perioden und Funktionen in Verbindung zu bringen. Das Projekt verfolgt folgende Hauptziele:

  • Bestimmen der Mörtelzusammensetzung und Erforschung der historischen Techniken der Mörtelherstellung
  • Identifizieren von lokalen und importierten Baumaterialien und der genutzten Lagerstätten
  • Identifizieren von regionalen und überregionalen Netzwerken für Baumaterial und Wissensaustausch zwischen dem 8. und dem 16. Jh.

 

Forschungskommission

100 Jahre Forschung

Die Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks (FOK) sorgt seit 1916 im Auftrag der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) für die Förderung und die Leitung der Forschung im Nationalpark. Dieser bietet die einzigartige Gelegenheit, die natürliche Entwicklung in einem vom Menschen weitgehend unbeeinflussten Gebiet zu verfolgen und zu erforschen. 2008 wurde die Forschungsarbeit auf das Gebiet des erweiterten Biosphärenreservats und somit auf das Val Müstair erweitert.

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